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Klimaschutz Dienstwagen im Klimacheck: Verkehrsminister Wissing reißt EU-Vorgaben deutlich

Trotz aller Bekenntnisse zum Umweltschutz verstößt die Bundesregierung mit ihren Dienstlimousinen massiv gegen die EU-Vorgaben beim CO2-Ausstoß. Ein Überblick.
19.05.2022 - 16:37 Uhr 3 Kommentare
Der Verkehrsminister rangiert im Dienstwagen-Check mit seinem Audi A8 L 60 TFSI e quattro auf Platz sechs. Quelle: Reuters
Volker Wissing

Der Verkehrsminister rangiert im Dienstwagen-Check mit seinem Audi A8 L 60 TFSI e quattro auf Platz sechs.

(Foto: Reuters)

Berlin Neue Pkw dürfen in der Europäischen Union im Durchschnitt nur noch maximal 95 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer (g/km) ausstoßen. Doch ausgerechnet die Dienstwagenflotte der Bundesregierung ist in dieser Hinsicht kein Vorbild.

Von neun Fahrzeugen der Bundesministerinnen und -minister überschreiten sieben den CO2-Flottengrenzwert auf der Straße deutlich. Das zeigt der an diesem Donnerstag in Berlin veröffentlichte „Dienstwagen-Check“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die Organisation bewertet regelmäßig die Dienstwagen von Politikern auf Bundes- und Landesebene nach Umweltverträglichkeit.

In diesem Jahr liegen dem „Check“ die Angaben zu insgesamt 205 Dienstwagen von 247 Politikerinnen und Politikern zugrunde. Die Auswertung basiert laut DUH auf dem „Neuen Europäischen Fahrzyklus“ (NEFZ). Dieser Wert ist maßgeblich für die Einhaltung des EU-weit bindenden Flottengrenzwerts für Neuzulassungen bei Pkw.

Dem DUH-Ranking liegt der Ausstoß von Abgasen im „realen Fahrbetrieb“ zugrunde, erklärt die Umwelthilfe. Grundlage dafür seien Berechnungen der Non-Profit-Organisation „International Council on Clean Transportation“ (ICCT) gewesen.

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    Bei Fahrzeugen mit teilelektrischem oder vollelektrischem Antrieb wurde der CO2-Gehalt des deutschen Strommixes nach Angaben des Umweltbundesamts des Jahres 2020 herangezogen.

    Das sind die zentralen Ergebnisse:

    Schlusslichter im Bundeskabinett

    Auf dem letzten Platz steht Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD). Ihr Benziner-BMW 750Li xDrive bringt 330 g/km auf die Straße. Nicht viel besser schneiden Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) mit ihren Audi-Plug-in-Hybriden ab. Wissings A8-Limousine stößt 258 g/km aus.

    >> Lesen Sie hier auch: Energiesparen gegen Putin – welche Maßnahmen helfen können

    Wie in den Vorjahren werden „sondergeschützte Limousinen“ mit einem CO2-Ausstoß zwischen 260 und 421 g/km in der Auflistung nicht gewertet. Diese Pkw stehen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler Robert Habeck (Grüne), Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) sowie der Außen- und der Innenministerin, Annalena Baerbock (Grüne) und Nancy Faeser (SPD), sowie den Ministern für Gesundheit, Karl Lauterbach (SPD), und Finanzen, Christian Lindner (FDP), zur Verfügung.

    DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz kritisierte, dass viele Regierungsmitglieder statt auf ein sparsames Elektrofahrzeug auf Plug-in-Hybride setzten. „Und das, obwohl ihnen bekannt ist, dass diese Fahrzeuge nur auf dem Papier sparsam sind, im realen Betrieb jedoch besonders klimaschädlich“, sagte Metz. „Wenn die Ampel nicht jede Glaubwürdigkeit verlieren will, muss sie jetzt schnell und konsequent umstellen auf wirklich klimafreundliche Dienstwagen.“

    Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Bundesministerien liegt mit 208 g/km auf der Straße nach wie vor deutlich oberhalb des EU-Flottengrenzwerts und hat sich gegenüber 2021 wenig verändert. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Ausstoß bei 229 g/km.

    Grüne Özdemir und Lemke unter dem Grenzwert

    Lichtblicke im Bundeskabinett bieten nur die Bundesminister der Grünen, Cem Özdemir und Steffi Lemke, mit klimafreundlichen reinen E-Autos. Staatssekretärin Jennifer Morgan (Auswärtiges Amt), Sven Giegold und Udo Philipp (beide Wirtschafts- und Klimaschutzministerium) verzichten auf persönliche Dienstwagen.

    >> Lesen Sie hier auch: EU-Plan: Wer ein Haus baut, muss ein Solardach anbringen

    Schlusslichter in den Ländern

    In den Ländern sieht es nicht viel besser als im Bund aus. Den Platz als negativer Spitzenreiter im Gesamtranking teilen sich in diesem Jahr drei Politiker: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) haben jeweils einen Audi A8 als Dienstwagen gewählt, der laut DUH 488 g/km realen CO2-Ausstoß auf die Straße bringt.

    Spitzenplatz im Gesamtranking

    Die Berliner Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne) belegt den Spitzenplatz im Gesamtranking mit einem Tesla Model 3. Gefolgt von Tobias Lindner (Grüne), Staatsminister im Auswärtigen Amt, mit einem Mercedes-Benz EQS 450+. Den dritten Platz teilen sich die Grünen-Politikerinnen Franziska Brantner, parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, und Priska Hinz, Umweltministerin in Hessen.

    Besondere Erwähnung findet Hinz, die ihren Verbrauch durch einen Fahrzeugwechsel von 258 g/km CO2 auf 69 g/km im realen Betrieb gesenkt hat. Und auch Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg sticht hervor. Als einziger Landesregierungschef liegt er mit seinem Elektro-Mercedes-Benz EQS 580 4MATIC unter dem EU-Flottengrenzwert.

    Mehr: Energiesparen gegen Putin – welche Maßnahmen helfen können

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    3 Kommentare zu "Klimaschutz: Dienstwagen im Klimacheck: Verkehrsminister Wissing reißt EU-Vorgaben deutlich"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ Herr Werner, ich wage zu behaupten dass Sie über ihre Verbräuche lügen oder es nicht besser wissen. Ich habe meine 2 Jahre mit einem Vollhybrid hinter mir und habe als Techniker die Verbrauchsprofile über 20.000km erfasst.Feststellung: die Verbrauchsdaten der Fahrzeugsoftware sind ein RIesenfake, die Herstellerangaben komplett daneben und gelogen von hinten bis vorne. Diese E-Scooter sind eine Riesenverarsche.

    • Vieleicht sollte man es machen wie Elon Musk dem Brüsseler Affenzirkus eine Nachricht, auf was auch immer, mit einem Kothäufchen schicken. Es reicht mit diesem elenden, kranken, absolut untauglichen Bürokratiemonster, das für nichts,aber auch garnichts mehr gut ist, außer die Bürger-bevorzugt in Deutschland-abzuzocken. Die Deutschen sind offensichtlich die Einzigen die meinen sie müssten Hirnfurz von Flintenuschi und ihrer Mischpoke sofort umsetzen.Insbesondere im Süden schert sich kein Schwein um den Brüsseler Schwachsinn, es sei denn man kann den Goldesel zur Herausgabe weiterer Dukaten bewegen. Dann wir geschworen und versprochen bis zum geht nicht mehr. Jede Menge jüngste Beispiele verfügbar.

    • Die Bewertung von Plug in-Hybriden ist stark von dem jeweiligen Fahrprofil abhängig. Ich fahre seit einem Jahr solch ein Fahrzeug und habe 75% elektrischen Anteil, was die Zeit angeht, und 50% bei der km-Fahrleistung. Bei Fahrstrecken rein im Verbrennungsmotormodus liege ich durch die Energierückgewinnung bei 5 - 6 l/100 km. Bei meinem vorher gefahrenen PKW, gefahren mit gleicher Fahrweise und ähnlichen Fahrzeugdaten lag der Verbrauch bei 9 -10 l/100 km.

      Insgesamt hat mein Plug in-Hybrid einen Verbrauch von 3,5 l/100 km plus 10 kWh/100 km gemittelt über ein Jahr.

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